Gegen die Bebauung des Ohlsdorfer Schwimmbades!

Februar 28, 2008 · Kommentar schreiben

Hamburg war einmal Vorbild in Deutschland für Sportplätze und Schwimmbäder. Und das in Zeiten, wo das Einkommen aller viel niedriger war als jetzt. Das reiche Hamburg – mit seiner Zahl der sehr Reichen ist es Spitze in Europa! – hat kein Geld für den Erhalt der bisherigen Bäderlandschaft: Das Stadionbad und Lattenkampbad sind ganz verschwunden.

In Ottensen entfällt für eine Generation kleinerer Kinder das Schwimmenlernen durch den Abriß des beliebten Bismarckbads. Das Stadtparkbad hat seit einigen Jahren keine Sprungtürme mehr (und seit jeher nur eine Außendusche). Ohne jemanden zu fragen, verkauft die Stadt jetzt die Schwimmbäder, die mit den Geldern ihrer Bürger gebaut wurden.

Jetzt ist das Ohlsdorfer Schwimmbad dran: Ein Teil der Fläche soll bebaut werden!

Es ist ein Hallenbad mit Freibad in den Sommermonaten, ruhig und idyllisch gelegen, mit großer Spielwiese: ein Schwimmbad, das Familienbad war, nicht nur Treffpunkt der Ohlsdorfer und Fuhlsbüttler. Denn weil es günstig zu erreichen ist, wird es auch von Gästen aus anderen Stadtteilen aufgesucht – ein Treffpunktbad!

Seit Jahren geht die Besucherzahl zurück. Wegen des Wetters, wegen besserer Möglichkeiten anderswo? Nein! Die Veränderung der Öffnungszeiten und Erhöhung der Preise hat bei den meisten die Selbstverständlichkeit eines Badbesuchs früherer Jahre in Frage gestellt. Es war einmal so, dass mit dem ersten heißen Tag jeder, der überhaupt gerne in ein öffentliches Bad ging, die Sachen packte und den Beginn der Badesaison feierte und ab dann auch bei bedecktem Himmel oder an kühleren Tagen, also ohne sich in die Sonne zu legen, zum Schwimmen ging.

Bis in die 80er Jahre war es für jeden möglich, jeden Tag ins Schwimmbad zu gehen, ohne an den Preis denken zu müssen; es gab günstige Saisonkarten und man konnte als Senior oder Berufstätiger den Tag ab 6 Uhr morgens mit einem Sprung ins Wasser beginnen.

Kleine Kinder haben wie selbstverständlich schwimmen gelernt, weil jeden Tag im Wasser herumtoben konnten. Außerdem sind sie dort sehr viel geschützter als auf Spielplätzen. Doch inzwischen ist der Spaß vorbei. Nicht umsonst heißen die Bäder Spaßbäder, seitdem die Preise den Spaß verderben. Dass immer weniger Kinder schwimmen lernen ist die Folge. Die jetzigen Pläne zeigen:

Das abwartende Hinnehmen schleichender Veränderungen rächt sich: Jetzt soll es also aus und vorbei sein mit dem Schwimmbad, wie es einmal war. Doch der Protest sollte mehr als nur Widerstand sein: Vergnügen, Erholung und Sport muss in Zukunft wieder zu günstigen Preisen möglich sein. Man muß sich also in großer Zahl und lautstark für das Ohlsdorfer Schwimmbad einsetzen:

Das Ohlsdorfer Schwimmbad

muss in Zukunft wieder

ein Familienbad für alle sein!

 

Harald Meyer

Maienweg 274

22335 Hamburg-Ohlsdorf

505 705 (FAX)

haraldmey@web.de

 

 

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